Über das Neinsagen

Wusstest du, dass es dir viel leichter fällt, deine Wahrheit, dein Ja und dein Nein, zu spüren, wenn du gut geerdet bist? Das wichtigste Merkmal der Erdenergie ist die Dualität, das Sichtbarwerden, die Form. Etwas zu formen, in Form zu bringen, meint, sich für eine Möglichkeit der Manifestation zu entscheiden, aus dem Bereich der Vielfalt in den Bereich der Eindeutigkeit zu wechseln. Ein Baum ist ein Baum, und selbst wenn die Quantenphysik weiß, dass sich die Ordnung der Teilchen immer wieder neu dafür »entscheidet«, einen Baum zu bilden, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Baum stabil bleibt, doch sehr hoch. Um Materie zu bilden, legen sich die Teilchen (bitte erlaube mir, das hier so einfach auszudrücken) fest, zumindest soweit ihnen das die Gesetze der Physik erlauben. Sie gehen die in dieser Dimension größtmögliche Bindung ein und zeigen damit ein Gesicht, eine Form, sagen Ja zu dieser Form und damit Nein zu jedem anderen Ausdruck. Diese Energie, das Festlegen, findest du in den höher schwingenden Dimensionen des Bewusstseins nicht, es handelt sich um Energie, um Schwingung, und die ist immer wieder veränderlich. (Auch die Materie ist nicht vollkommen stabil, aber in ihrer Veränderlichkeit doch recht zuverlässig. Du musst nicht alle fünf Minuten mit deinem Tisch verhandeln, dass er noch ein bisschen seine Form behält, zumindest so lange, bis du zu Ende gefrühstückt hast. Er wird schon so nett sein, noch ein bisschen dein Tisch zu bleiben.)

In der Materie liegt die Kraft der Form, der Entscheidung, der Dualität. Und diese Kraft brauchst du, um bei dir bleiben und Nein sagen zu können. Die Erfahrung zeigt, dass Menschen, die sich in meditativer, aber nicht besonders geerdeter Haltung befinden, viel schwerer Nein sagen können als Menschen, die sich bewusst gut geerdet haben. Und nun kannst du dir vorstellen, wie wenig du dich abgrenzen kannst, wenn du nicht einmal in meditativer, sondern einfach in einer schwebenden inneren Haltung verweilst! Wenn du nicht richtig »da« bist, dann steht dir die Kraft der Erde nicht hinreichend zur Verfügung, aber diese Kraft ist es, die du brauchst, um dich abgrenzen zu können! Bitte also die Erde darum, dich zu halten und zu tragen, versöhne dich mit ihr, und nutze ihre stabilisierende, nährende Kraft, um deinen Weg, wirklich deinen Weg zu gehen. Du brauchst die Kraft der Erde, um zu manifestieren. Das ist kein schlauer Satz aus einem Lehrbuch, sondern gelebte Erfahrung. Wenn dir die Kraft der Erde nicht zur Verfügung steht, dann fehlt dir das Werkzeug, mit dem die Dinge sichtbar und fühlbar gemacht und in Form gebracht werden können.

Möglichkeiten, dich zu erden, gibt es viele, je nachdem, ob du die starke Energie eines Baumes, die sanfte Kraft einer Lotosblume oder etwas anderes brauchst. Sehr hilfreich ist es, wie ich es bereits im zweiten Schritt erwähnt habe, dein Krafttier zu finden. Begib dich dazu auf eine schamanische Reise, oder lasse dir dein Krafttier von einem Schamanen herbeirufen.

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